Dill - Anethum graveolens

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Topfdill Delikat

´Delikat´ ist ein kleinbleibender Dill für die Topfkultur.

Blütenstand von Dill

Dill in voller Blüte.

Dill ist eines der am häufigsten angebauten Gewütze. Die feinen Blätter dienen zum Würzen von Fischgerichten (z. B. Heringssalat) und werden sehr oft mit Gurken kombiniert. Die frischen Blätter ergänzen Gurkensalat und die Blütendolden und Samenstände werden mit Gurken zusammen eingekocht. Deshalb ist Dill auch als Gurkenkraut bekannt. Diese Bezeichnung ist aber auch für den Borretsch gebräuchlich, weil dessen Blätter nach Gurke schmecken.
Aus den Samen wird Tee zubereitet. Manchmal wird er dazu mit Anis und Kümmel kombiniert.
Dill beruhigt die Nerven, ist appetitanregend, krampflösend und wirkt gegen Blähungen.
Das Laub wird in der Floristik für Sträuße verwendet. Der Anbau von Dill ist im eigenen Garten sehr einfach. Auch die Kultur in Balkonkästen, Töpfen und Kübeln auf Balkon oder Terrasse ist unproblematisch.

Botanik des Dills

Der Dill gehört wie der Fenchel zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Anethum graveolens ist die einzige Art in der Gattung Anethum. Die Art stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird aber heute weltweit angebaut.
Dill ist eine einjährige, krautige Pflanze. Er wird zwischen 30 und 120 cm hoch. Die Stängel wachsen aufrecht und verzweigen sich. Sie tragen fiederschnittige Blätter mit vielen haarfeinen Segmenten. An der Basis der Blätter ist eine 1 - 2 cm lange Blattscheide. Blätter und Stängel sind hellgrün bis bläulichgrün.
Im Sommer - etwa von Juni - August - blüht der Dill. Die Blütenstände sind Doppeldolden mit bis zu 25 Döldchen. Sie sind flach und haben einen Durchmesser von 5 bis 15 cm. Jedes Döldchen hat einen Durchmesser von 3 - 5 cm und besteht aus 15 bis 25 Einzelblüten. Bei den fünfzähligen Blüten sind die Kelchblätter verwachsen. Die Kronblätter sind gelb und rollen sich ein. Im Inneren ist ein Kreis aus 5 Staubblättern und zwei Fruchtblätter, die zu einem Fruchtknoten verwachsen sind. Die Narben sitzen auf zwei kurzen Griffeln. Die Blüten sondern viel Nektar ab. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Käfer. Aber auch andere Insekten besuchen die Blüten. Die Früchte reifen im Juli - September und die Samen werden mit dem Wind verbreitet. Wenn sie nass sind, haften die Samen auch am Fell von Tieren. Die gesamte Pflanzen duftet stark aromatisch und schmeckt ähnlich wie Kümmel und Petersilie.

Anbau von Dill

Dill bevorzugt warme, sonnige Standorte. Da bildet er die meisten ätherischen Öle und ist besonders aromatisch. Ab März bis Juni werden die Samen im Haus oder Gewächshaus ausgesät. Die Pflanzen mögen nicht pikiert werden. Darum werden immer sofort mehrere Körner in einem 10er oder 12er Töpf ausgesät und mit etwa 0,5 cm Erde abgedeckt. Von April bis Juni ist eine breitwürfige Direktsaat im Beet möglich. Bei einer Temperatur von 18 - 22 °C keimen die Samen innerhalb von 8 - 14 Tagen. Die Keimfähigkeit liegt zwischen 70 und 90%. Dill unterliegt nicht dem Saatgutverkehrsgesetz. Die Sorten sind nicht registriert. Eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestkeimfähigkeit gibt es für ihn nicht.
Bei Blattdill kann die erste Ernte nach etwa 10 bis 12 Wochen erfolgen. Bis zur Samenbildung dauert es etwa 4 - 6 Wochen länger. Als "Kronendill" zum Einlegen von Gurken, werden die Dolden zu Beginn der Samenreife geerntet.
Für dauerhafte Verfügbarkeit empfiehlt es sich, Dill immer wieder im Abstand von 2 bis 3 Wochen in Folgesätzen auszusäen.
Es werden verschiedene Sorten angeboten.
´Blattreicher´: blaugrüne Blätter, starkwüchsig mit gutem Aroma, gut für die Samengewinnung geeignet, die Dolden sind auch als Schnittgrün zu verwenden
´Delikat´: dunkelgrüner, kompakter, feinlaubiger Topfdill, wird ca. 30 - 40 cm hoch
´Elefant´: dunkelgrün, sehr blattreich, bis 120 cm hoch, kräftige Pflanzen, die sehr spät blühen, ideal für lange Blatternte
´Mammut´: blau-graue Blätter, kräftige Pflanzen mit 60 - 100 m Höhe, würziges Aroma, blüht spät, darum vor allem als Blattdill zu verwenden
´Tetra´: ertragreiche Sorte mit besonders großen, blaugrünen Blättern, 80 bis 100 cm hoch
´Fernleaf´: sehr kompakte, feinlaubige Sorte für die Topfkultur, die nur 20 - 30 cm hoch wird.

Verwendung von Dill

Dill kann von Juni - September frisch im Garten geerntet werden. Für den Vorat können die Blätter in Eiswürfelformen eingefroren oder an der luft getrocknet werden. Die Samen sind an einem kühlen, luftigen Ort trocken lagerbar.
Für frische Salate verwendt Ihr am besten das frische Kraut. Er schmeckt lecker zu Sahnehering oder Gurkensalat mit Zitronendressing. Auch für Kräutersoßen und in Gemüsesupen ist das Aroma von Dillblättern angenehm.
Zum Einkochen von Gurken oder anderem Gemüse können auch getrocknetes Kraut oder Blütendolden genommen werden. Für Tee wird ein Teelöffel leicht zerstoßener Samen mit einer Tasse heißem Wasser aufgegossen und muss dann 10 Minuten ziehen. Das wirkt gegen Bauchschmerzen und Blähungen.
Dill kann auch mit Weißweinessig als Dillessig konserviert werden.

Unterscheidung von Dill und Fenchel

Dill und Fenchel sind nahe verwandt. Sie sind sich sehr ähnlich und können sich sogar kreuzen. Die Unterscheidung ist nicht immer einfach. Im Allgmeinen ist Dill zarter im Wuchs und bleibt kleiner. An der Basis der Blätter sind 1 bis 2 cm lange Blattscheiden, die oben zwei Spitzen haben, die wie Hörner hervorstechen.
Fenchel kann bis zu 2 m hoch werden. Seine Blattscheiden sind bis zu 6 cm lang und haben keine zwei Spitzen.

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Literatur

aid (2011): Heil- und Gewürzpflanzen aus dem eigenen Garten.- aid-Infodienst, Bonn

G. Lehari, C. Boss-Teichmann, B. Kleinod, A. Prahler (2008): Kräuter!- Ulmer-Verlag, Stuttgart

P. McHoy, P. Westland (1998): Die Kräuterbibel.- Könemann Verlagsgesellschaft mbH, Köln

P. Seitz (1997): Großvaters Kräuterwissen.- Kosmos-Verklag, Stuttgart

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