Als Seerosen werden großblütige Schwimmblattpflanzen aus verschiedenen Gattungen bezeichnet.
Die einheimischen Seerosen, die Kultursorten für Teiche und auch die kleinen tropischen Arten für
Kübel und Aquarien gehören zur Gattung Nymphaea. Es gibt weltweit etwa 40 Arten in den gemäßigten bis tropischen Klimazonen.
Ihre Blüten haben grüne Kelchblätter und abhängig von der Art oder Sorte etwa 10 bis 50 farbige Kronblätter.
Die Kronblätter können weiß, gelb, rosa, pink, rot oder violett bis blau sein. Die violetten und blauen Farbtöne kommen
allerdings nur bei nicht winterharten tropischen Arten vor. Durch Kreuzungen sind Sorten entstanden, die bei den bei uns vorherrschenden niedrigen
Temperaturen blühen können. Aber auch sie müssen frostfrei überwintert werden. Seerosen bilden nur Schwimmblätter aus, aber keine Unterwasserblätter.
Die Gattungsbezeichnung leitet sich vom griechischen "nymphaia" = "Seerose" ab.
Besonders beeindruckend sind die riesigen südamerikanischen Seerosen aus den Gattungen Viktoria
und die asiatische Euryale. Besonders bekannt ist die Viktoria-Seerose (Viktoria amazonica, Syn. V. regia). Sie wird in vielen
botanischen Gärten in einem eigenen Schauhaus gezeigt. Typisch sind ihre bis zu zwei Metern großen, bestachelten Schwimmblätter mit dem nach oben geschlagenen Rand.
Die Gattungsbezeichnung ist eine Ehrenbezeugung an Queen Viktoria.
Etwas kleiner ist Euryale ferox. Sie ist die einzge Art in ihrer Gattung. Der Name ist nach einer Gorgonin aus der griechischen Mythologie vergeben. Sie soll sich auf die
Stacheln beziehen.
Zur Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae) gehören neben den oben genannten Gattungen auch die Mummeln oder Teichrosen der Gattung Nuphar und
Barclaya.
Für fast alle gilt das sie knollige Rhizome mit mehreren Vegetationspunkten haben. Die Rhizome sind Energiespeicher für Trocken- oder Kälteperioden und ermöglichen es den
Pflanzen schnell wieder auszutreiben, wenn die Bedingungen für die besser werden. Die Rhizome werden jedes Jahr größer und schwerer, sofern die Pflanzen während der Vegetationsperiode genug Nährstoffe
zur Verfügung haben. Sind sie unterversorgt nimmt der Energiegehalt der Rhizome ab und sie schwinden.
Seerosen können von verschiedenen Schadinsekten befallen werden. Am häufigsten treten Blattläuse
und der Seerosenzünsler auf.
Herkunft:
Nordindien, Bangladesch, China, Taiwan, Japan, Korea
Ausssehen:
Die Jugendblätter sind unter Wasser. Sie sind bis 10 cm im Durchmesser
und unbestachelt. Ihre Basis ist herzförmig. Die Schwimmblätter sind flach und 40 bis 130 cm im Durchmesser.
Die Oberseite ist grün, die Unterseite bläulich-violett. Die Blattrippen haben auf der Ober- und der Unterseite gebogene Stacheln
und auch die Blattstiele sind bestachelt. Die Blüten sind etwa 5 cm im Durchmesser. Die Kelchblätter sind
grün und haben nach unten gerichtete Stacheln. Die Kronblätter sind außen blau-violett und werden zur Mitte hin
heller. Die Inneren sind weiß. Auch der Blütenstiel ist stark bestachelt.
Die zwittrigen Blüten haben 7 bis 16 verwachsene Fruchtblätter mit jeweils 6 bis 8 Samenanlagen. Die Blüten
Öffnen sich jeweils nur für wenige Stunden. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Früchte sind stark
bestachelt und kugelförmig. Die Samen sind schwarz, rund und glatt und haben einen Durchmesser von 8 bis 10 mm.
Temperatur: 20 - 24 °C
Sonstiges:
Die Früchte und die Samen werden gegessen.
Synonyme:
-
Herkunft:
in Europa heimisch
Aussehen:
Diese Wasserpflanze bildet Schwimmblätter, die große Wasserflächen bedecken können. Der Stängelquerschnitt
ist rund. Ein armdickes Speicherrhizom wächst kriechend im Boden. Die weiße Blüte hat teilweise einen
Durchmesser von mehr als 15 cm. Diese grÖßte Blüte der heimischen Pflanzenwelt erscheint im Juni bis September. Sie schwimmt auf der
Wasseroberfläche.
Temperatur: winterhart
pH-Wert: -
Härte: -
Licht: mittel bis viel
Sonstiges:
Die Pflanzen wurzeln in Wassertiefen von 0,5 bis 3 m.
Sie kommen in nährstoffarmen und nährstoffreichen, meist stehenden Gewässer vor.
Sie wachsen aber auch in langsamfliessenden Flüssen oder Moorgräben.
Durch die hohe Elastizität der Stängel sind sie gut an wechselnde Wasserstände angepasst.
Die Pflanzen sind giftig.
Synonyme:
-
Herkunft:
Kreuzung zwischen N. micrantha und N. caerulea
Aussehen:
Die Unterwasserblätter sind zart, hellgrün mit rötlichem Muster und etwa 15 bis 20 cm im Durchmesser. An der
Blattbasis bilden sich bei den Unterwasserblättern Adventivpflanzen. Die
Schwimmblätter sind auf der Oberseite grün und unterseits oft rötlich. Sie haben
abhängig von der Ernährung eine Größe von 10 bis 30 cm. Die hellvioletten oder blaßblauen Blüten Öffnen
sich am Tag. Sie haben einen Durchmesser von 5 bis 18 cm. Die Pflanzen sind steril und bilden keine Samen.
Temperatur: 23 - 30 °C
pH-Wert: 6 - 7
Härte: 4 - 18 °dKH
Licht: mittel bis viel
Sonstiges:
Die Pflanzen benötigen für ein gutes Wachstum Licht, Wärme und einen nährstoffreichen Bodengrund. Sie sind
selten zu bekommen, weil sie kaum kommerziell vermehrt werden.
Synonyme:
Nymphaea thermalis De Condolle
Nymphaea zenkeri Gilg
Herkunft:
Afrika, Asien
Aussehen:
Unter Wasser werden die Pflanzen etwa 25-80 cm hoch.
Die submersen Blätter sind rund
oder oval, mit einer Länge
von 10 bis 20 cm und einer Breite von 8 bis 14 cm. Die Spreiten
sind leicht gewellt, grün mit rötlichen Flecken oderauf der Blattoberseite grün und Blattunterseits rosa, oder vollständig dunkelrot.
Die Blattstiele sind 10 bis 30 cm lang. Wird die Pflanze nicht regelmäßig ausgelichtet, kommt es zur Bildung von Schwimmblättern. Diese
haben einen Durchmesser von 9 bis 25 cm. Ihr Blattrand ist gesägt.
Die Blüte ist gelb-weiß, duftend, mit 16-20 Kelchblättern.
Sie erreicht bis 10 cm im Durchmesser. Die Pflanzen sind selbstfertil.
Die Frucht ist etwa 5 cm gross. Sie sinkt auf den Boden. Nach 3-4
Wochen werden tausende geflügelte Samen freigesetzt, die zuerst schwimmen und dann auf den Grund sinken und nach etwa 8 Tagen keimen.
Temperatur: 20-28 °C
pH-Wert: 5,5-7,5
Härte: 2-12 °KH
Licht: mittel bis viel
Sonstiges:
Es werden viele verschiedene Farbformen angeboten. Beispielsweise gibt es unter der Bezeichnung "roter Tigerlotus" Pflanzen die intensiv
wein rot mit rosa Unterseite, rot mit dunkleren Flecken oder vollständig braun rot sind. "Grüner Tigerlotus" kann eie grüne Oberseite
mit grüner oder rosafarbener Unterseite oder grün mit Flecken sein.
Die Pflanzen werden nur in der Natur gesammelt.
Daher haben auch die Gärtnerein keinen Einfluß darauf, ob die Pflanzen wirklich rote oder grüne Blätter bilden. Es empfiehlt sich
nur Pflanzen mit Blättern zu kaufen, wenn man mit der Farbe sicher gehen will.
Die Vermehrung erfolgt durch Tochterpflanzen aus der Knolle oder durch Samen. Die Samen können in einem Gemisch aus
Torf, Sand und eisenhaltigem Laterit angezogen werden. Ein Wasserstand von 10 cm ist ausreichend. nach etwa 4 Wochen sind die Jungpflanzen 6 cm
hoch.
Am natürlichen Standort kommt der Tiegerlotus zusammen mit Aponogeton abyssinicus, Marsilea-Arten,
Ottelia ulvifolia, Utricularia-Arten,
Nymphoides indica und Crinum natans.
Synonyme laut Conrad 1905:
N. micrantha, Guillemin & Perrottet 1830. Hooker 1850. Paxton 18530
N. caerulea, Guillemin & Perrottet 1830. Not Savigny 1802
N. caerulea var. albida, Guillemin & Perrottet 1830 = N. micrantha, Hook.
N. rufescens, Guillemin & Perrottet 1830
N. stellata var. bulbillifera, Planchon 1852 c. Not N. stellata, Willdenow 1797
N. vivipara, Lehmann 1852 a, b, 1853 a, 1854
N. guineensis, Schumacher & Thonning 1829, fid. Chifflot
Aussehen:
Die Schwimmblätter haben lange, dünne Stiele und sind herzförmig mit spitzen Basallappen. Die Oberseite ist matt grün, manchmal mit rötlichen Flecken, die mit der Zeit verblassen.
Auf der Unterseite sind violette Flecken.
In der Erstbeschreibung heißt es: "Folia parva, 3 poll. longa, 2 poll. lata". "Die Blätter sind klein, 3 Daumen lang und 2 Daumen breit."
Ein Daumen (Pollex) ist eine alte Maßeinheit, die einem Inch, also 2,54 cm entspricht. Das ist identisch mit den Dimensionen der Schwimmblätter aus dem Herbarbeleg (und denen in meinem Aquarium),
die etwa 7,5 cm lang und 5 cm breit sind. Die Stiele der Schwimmblätter sind etwa 35 - 40 cm lang. Der Blütenstandstiel hat eine Länge von etwa 20 cm und die
konservierte Blütenknospe ist etwa 4 cm hoch. Auf den Kelchblättern sind außen feine Punkte und Flecken zu sehen.
Die Blüten von Nymphaea micrantha sind bläulich bis weiß und öffnen sich am Tag. Sie sollen am Naturstandort nach Angaben von Perrottet fast ganzjährig blühen.
Als typisches Merkmal führt Perrottet an, dass diese Seerose kleine Knollen mit Jungpflanzen auf den Blättern bilden.
Der Ansatz einer solchen Knolle ist auf dem Herbarbeleg zu erkennen.
Unterwasserblätter sind im Herbarbeleg nicht erhalten und sie werden auch in der Erstbeschreibung nicht erwähnt.
Sie sind sehr dünn und werden bis etwa 20 cm lang und 16 cm breit. Es werden in der Aquaristik zwei Farbformen unterschieden. Bei einer sind die Unterwasserblätter auf der
Oberseite grün bis rötlich und haben mehr oder weniger stark verwaschene Flecken. Bei der anderen Form, die als "Gefleckte Seerose" oder Nymphaea micrantha "Gefleckt"
bezeichnet wird, sind die Blätter kräftig grün und haben eine scharf abgegrenzte rote bis schwarz-violette Marmorierung.
Diese gefleckte Form soll 1995 von der deutschen Wasserpflanzengärtnerei Dennerle aus Afrika importiert worden sein. Die genaue Herkunft ist aber bisher heute unbekannt.
Auch an den Unterwasserblättern bilden sich Jungpflanzen.
Die Jungpflanzen bilden sich auf der Oberseite der Unterwasserblättern und der Schwimmblättern an der Stelle an der das Blatt am Blattstiel ansetzt.
Hier bildet sich zunächst ein kleiner Gnubbel, der zu einer runden Knolle wird. Daraus wachsen dann kleine Blätter und Wurzeln.
Die Jungpflanzen werden größer, während das Blatt der Mutterpflanze altert und zerfällt. Die Mitte der Schwimmblätter sinkt dabei immer weiter im Wasser ein,
so dass jede Jungpflanze in ihrem eigenen kleinen Pool steht und mit den Blättern unter der Wasseroberfläche flutet.
Kulturansprüche:
Die Kleinblütige Seerose ist relativ pflegeleicht. Unter mittlerer Beleuchtung (bei mir bis etwa 4500 Lux) wächst sie kompakt und bildet dichte Blattrosetten aus etwa 6 cm großen,
kurz gestielten Unterwasserblättern. Ist das Lichtangebot größer (ca. 9000 Lux an der Wasseroberfläche), beginnt sie größere Unterwasserblätter zu bilden und setzt Jungpflanzen an.
Reletiv schnell bilden sich dann auch die ersten Schwimmblätter.
Die Seerose gedeiht bei Temperaturen von 24 bis 28 °C. Die Wasserhärte scheint keine Rolle zu spielen. Für eine gute Aufnahme von Mikronährstoffen darf bei seerosen aber der pH-Wert nicht zu hoch sein.
Ein pH-Wert von 6 bis etwa 7,5 sollte passen.
Für ein gesundes Wachstum ist eine gute Versorgung mit Kalium wichtig. Ein kombinierter Flüssigdünger aus Mikronährstoffen und Kalium beugt Blattschäden in Form von runden, glasigen Flecken vor.
Kulturerfahrungen
In einem meiner Aquarien mit viel Licht (9000 Lux an der Wasseroberfläche) dominiert die Seerose mit ihren flutenden Blättern durch flächige Beschattung.
Stängelpflanzen halten sich unter ihr nicht und auch der Eidechsenschwanz (Saururus cernuus) hätte es gerne etwas heller.
Er streckt seine mickrigen Blätter auf aufrechten Trieben dem Licht entgegen. Ganz anders sieht es dagegen mit den Wasserkelchen aus.
Der Bestand von Cryptocoryne moehlmannii entwickelt sich prächtig, seit er durch die Seerose beschattet wird.
Ein anderer Wasserkelch wächst nun mit etwa 20 cm langen Ausläufern quer durch das Becken und schiebt überall Jungpflanzen aus dem Boden.
Am erstaunlichsten ist aber die kleine Mummel (Nuphar japonica), die direkt neben der Seerose steht und einen kompakten Wuchs mit kräftig grünen Blättern zeigt.
Ich vermute ihr fehlt durch die Beschattung die Energie kräftig durchzutreiben.
In einem weniger stark beleichteten Aquarium (nur 4500 Lux an der Wasseroberfläche) bleibt die Seerose dagegen klein.
Sie wird zusätzlich durch Stängelpflanzen (Ammannia und Ludwigien)
beschattet und hat einen schönen kompakten Wuchs.
Sonstiges:
Beschrieben wurde die Kleinblumige Seerose 1830 vom schweizer Botaniker George Samuel Perrottet (* 1793, † 1870).
Der Herbarbeleg vom Typus liegt im Muséum d´histoire naturelle in Paris und ist
digital verfügbar.
Das Typus-Material stammt aus dem Senegal und wurde bei N´Batal am Cap Vert, der Halbinsel, die den westlichsten Zipfel des kontinentalen Afrikas bildet, gesammelt.
Heute wird das gesamte Gebiet von der Metropole Dakar bedeckt.
Der Herbarbeleg zeigen kleine Pflanzen mit etwa 5 bis 7,5 cm langen Schwimmblättern. Die Blattunterseiten sind gefleckt. Die Blattstiele sind nur 1 bis 3 mm dick.
Auf der Oberseite eines Blattes ist eine Verdickung zu sehen. Auf den Kelchblättern der Blüte sind Flecken zu erkennen. Unterwasserblätter sind nicht erhalten.
Eine andere Pflanze im Herbarium wurde 1825 im Senegal gefunden und war ursprünglich als Nymphaea cerulea var. bulbifera bezeichnet worden.
Perrottet ordnete sie in Nymphaea micrantha ein. Diese Pflanze und auch die Nymphaea micrantha, von denen heute im Internet Bilder zu finden sind,
haben aber deutlich größere und runde Schwimmblätter.
An das Verbreitungsgebiet von Nymphaea micrantha grenzen Vorkommen von Nymphaea caerulea an, die größere Blätter bildet und nicht lebengebärend ist.
Die Kleinblütige Seerose hybridisiert leicht und vererbt ihre Fähigkeit Jungpflanzen zu bilden über die Sämlinge weiter.
Nymphaea x daubenyana ist eine Hybride zwischen Nymphaea micrantha und Nymphaea caerulea,
die sich im botanischen Garten in Oxfort entwickelt hat. Sie bildet bis zu 30 cm große Schwimmblätter.
Ich vermute, darum, dass es sich bei den Pflanzen mit den großen, rundlichen Schwimmblättern, die ursprünglich als Nymphaea caerulea var. bulbifera beschrieben worden waren
und von Perrottet zu Nymphaea micrantha gezählt wurden, sowie bei den heute als Nymphaea micrantha bekannten Pflanzen an Naturstandorten
um Hybriden zwischen Nymphaea micrantha und Nymphaea caerulea handelt.
Die Nymphaea micrantha in Aquarienkultur passt dagegen zur Erstebeschreibung und zum Herbarbeleg des Typus.
Synonyme:
-
Herkunft:
Östliches Nordamerika
Aussehen:
Die weiße Blüte dieser Seerose hat einen Durchmesser von etwa 9 - 10 cm. Sie ist geruchslos oder nur schwach duftend. Die
Spitzen der Kronblätter sind stumpf.
Die inneren gehen in die Honigblätter
mit den Nektarien über. Die Narbe ist gelb und etwas vertieft mit 12 bis 18 Narbenästen, deren Spitzen orange sind. Die Blüte
steht etwa 10 cm über dem Wasser. Sie bleibt etwa 3 bis 4 Tage bevor sie verblüht. Dabei ist sie vom späten Vormittag bis zum
frühen Nachmittag offen. Die Kelchblätter
sind elliptisch, grün auf der Innenseite weiß. Die Blätter sind lederartig dick, ca. 20 bis 35 cm im Durchmesser. Meist sind sie
oben und unten frisch grün. Der Wurzelstock ist kriechend mit kurzen dunklen Haaren. Er wird bis zu einem Meter lang und 2 bis 5 cm dick. Seitlich
bilden sich viele leicht abbrechende Nebensproße.
Temperatur: winterhart
pH-Wert: -
Härte: -
Licht: mittel bis viel
Sonstiges:
Die Art wurde früher oft als Kreuzungspartner verwendet um winterharte Hybriden zu erzeugen. Heute sind die Pflanzen an den
ursprünglichen Naturstandorten ausgestorben.
Nymphaea tuberosa var. rosea ist eine Naturhybride, die in den Östlichen USA (Staat New York)
auch in freien Gewässern zu finden ist. Ihre Blüten sind rosa und duften.
Herkunft:
Zuchtformen
Allgmeines:
Es gibt unzählige Hybriden von Seerosen, die für die Kultur im Gartenteich angeboten werden.
Die Farbvielfalt reicht von weiß über rosa, rot und violett zu gelb. Es gibt kleinblütige Sorten, die in Kübeln oder Balkonkästen wachsen können und riesige, die große Teiche bedecken
können. Teilweise sind die Sorten winterhart und können im Teich überwintern.
Viele Hybriden haben aber tropische Elternarten und müssen im Winter frostfrei gelagert werden. Solche Sorten sollte man zur einfacheren
Handhabung in Gitterkörbe pflanzen.
Meist sind Seerosenblüten drei Tage geöffnet.
Sie blühen auf, schließen sich über Nacht wieder und öffnen sich an den Folgetagen erneut. Viele Sorten verändern dabei von Tag zu Tag ihre Farbe.
Gelbe und rosafarbene Blüten bleichen aus und werden immer heller bis hin zu weiß. Bei anderen Sorten werden die Blüten dunkler.
Daher stimmen die Blütenbeschreibungen hier auf der Seite meist nicht genau mit den Bildern überein, die nicht alle am ersten Tag des Aufblühens gemacht worden sind.
Klassifizierung von Seerosen:
Es wird zwischen winterharten, tagblühenden tropischen und nachtblühenden tropischen Seerosen unterschieden. Die meisten im Handel erhältlichen Sorten sind bedingt winterhart. Sie stammen
aus Kreuzungen zwischen winterharten Arten aus gemäßigten Breiten und tropischen Arten. Sie können bei ausreichender Wassertiefe auch
im Winter im Teich bleiben. Voraussezung ist, dass das Eis nicht bis zu den Pflanzen gelangt.
Es werden außerdem verschiedene Blütenformen unterschieden. Danach können Seerosenblüten kelch-, tulpen-, chrysanthemen-, kugel-, strahlen-, schalen-, tassen- oder
sternförmig sein.
Die in den Sortenbeschreibungen verwendeten Farbbeschreibungen sind oft schlecht nachvollziehbar und scheinen sich nicht immer mit den
hier verwendeten Abbildungen zu decken. Die korrekte Farbwiedergabe ist allerdings bei Seerosen besonders schwierig, weil bei den meisten die
Blüten mit zunehmendem immer mehr aufhellen und ausbleichen. So geht bei den meisten hell gelben Sorten, die Farbe recht schnell ins Weiße über.
Bei der Bezeichnung der Rosatöne sind die Züchter sehr einfallsreich.
Oft würde man die Farben als hellrosa, pink oder fliederfarben bezeichnen.
Seerosenzüchter sehen an der Stelle aber "granatrot", "karminrot" oder gar ein "kupfer-orange". Zusätzlich ist die Farbwiedergabe durch Fotos abhängig von Licht und im Fall von digitalen Fotos auch von
der Bildschirmeinstellung (mehr dazu hier).
Ein weiteres Beschreibungsmerkmal ist die Form der Blätter.
Charakterisiert werden die Sorten dabei durch die Weite des Blatteinschnitts an der Basis, die Form der Basallappenspitzen, Grad der Überlapung
der Basalllappen und ob sich bei der Überlappung der rechte oder linke Lappen oben befindet.
Die folgenden Sorten sind alle winterhart. Es handelt sich um einen kleinen Auszug aus dem riesigen Sortiment.
Züchtung von G. H. Pring 1941
Die Blüten sind schalenförmig, dunkel rosa mit zitronengelber Mitte. Die Blüten duften stark süßlich.
Sie haben 25 Blütenblätter und einen Durchmesser von etwa 15
cm. Die Staubblätter sind gelb. Die Antheren sind orange-rosa mit
rosa Spitze. Die Innenseite der Kelchblätter ist dunkler rosa bis
violett.
Die Blätter sind rund mit einem Durchmesser von etwa 30 cm. Die Spreite ist oben grün, unterseits rot mit
grüner Aderung. Die Ränder sind gezackt und der Blatteinschnitt an der Basis
überlappt sich auf einem Drittel der Länge oder weiter.
Züchtung von Perry D. Slocum 1985
Die Blüten sind sternförmig, rosa, duftend.
28 bis 30 zugespitze Blütenblätter mit einer Länge von 5,5 cm und einer Breite von 1,5 cm. Kelchblätter ebenso groß,
grün,teilweise mit rosafarbenem Rand. Die Honigblätter sind weißlich
rosa, teilweise an der Spitze gelb.
Blätter grün, kreisrund, ca. 25 cm im Durchmesser, unterseits braunrot
Zufallssämling von ´Rose Arey´.
Züchtung von Latour-Marliac 1901
Die Blüten sind im Aufblühen schwach rosa, später weiß. Strahlenförmig mit ca. 15 cm Durchmesser.
Sie haben nur einen schwachen Duft. 22-24 Blütenblätter, schmal lanzettlich, spitz zulaufend. Die Blüten stehen über dem
Wasser.
Die äußeren Staubblätter sind deutlich länger als die inneren. 16 Narbenäste. Kelchblätter außen dunkel
grün mit hellerem Rand. Innenseite silbrig weiß.
Die Blätter sind fast rund ca. 15 bis 20 cm im Durchmesser.
Die Basallappen stehen weit auseinander. Typisch ist die Musterung aus
hellen, weißen, gelben oder rosafarbenen Punkten, Strichen, Flecken oder größeren Flächen (Panaschierung). Blattunterseite
bräunlich rot.
Züchtung von Latour-Marliac 1910
Die Blüten sind leuchtend karminrot, 26 bis 28 Blütenblätter,
die äußeren sind heller, Spitzen hell mormoriert. Durchmesser
ca. 18 cm. Duft süßlich. 20 Narbenspitzen. Kelchblätter
grün mit rötlichcen Linien. Die Blätter sind fast kreisrund, oben grasgrün unten hell grün, 30 cm im Durchmesser.
Züchtung von G. H. Pring 1941
Die Blüte ist schalenförmig, blaß lila mit gelber Mitte. 30 bis 32 spitz zulaufende Blütenblätter.
Staubblätter gelb, Antheren mit lila Spitzen. Blätter mit 20 bis 25 cm
Durchmesser. Oberseite grün mit vielen rot braunen Flecken.
Unterseitsdunkelgrün mit roten streifen. Ränder gewellt und gezähnt.
Züchtung von Kirk Strawn 1996
Die Blüte hat eine gefüllte Schalenform mit einem Durchmesser von 12 bis 14 cm. Die 38 Blütenblätter
haben eine scharfe Spitze, sind 6 x 2,5 cm groß und schwach rosa bis
hellgelb. Die Farbe wird zur Mitte hin intensiver. Schwach duftend. Die
Kelchblätter sind dunkel grün mit orange-roten Flecken. Die Blätter sind
oval mit einem Durchmesser von etwa 20 x 25 cm. Das Blatt ist nur zu etwa
einem Drittel eingeschnitten. Auf der olivgrünen Oberseite kräftige
rotbraune Flecken. Unterseite orange-braun.
Züchtung von Kirk Strawn 1993
Die tulpenförmigen Blüten sind kupfer-orange und haben einen Durchmesser von 6-8 cm. Sie stehen auf den Stielen etwa
10 cm über der Wasseroberfläche. Schwach duftend. 19 Blütenblätter, 4,5 x 1,8 cm groß, eiförmig. 9 Bernsteinfarbene
Narbenäste. Kelchblätter außen dunkelgrün, innen weißlich grün mit rosa Nervatur. Die Blätter dind fast rund mit einem
Durchmesser von ca. 12 cm. Oberseite dunkel grün bis olivgrün mit braunroten Flecken. Junge Blätter insgesamt besonders dunkel. Blattunterseite
rosa bis rot mit dunkel braunen Flecken.
Züchtung von Perry D. Slocum 1995
Die dunkelste "schwarze Seerose" im Handel. Die Blüten haben einen Durchmesser von ca. 13 cm.
38 abgerundeten Blütenblättern. Ihre Färbung ist abhängig von den Umwelteinflüssen und variiert von weinrot bis schwarz.
Besonders dunkel sind sie im Hochsommer. Das Bild hier wurde im Juli aufgenommen.
Die jungen Blätter sind rotbraun, ältere werden grün.
Für eine Wassertiefe von 60 bis 100 cm.
Idealer Standort ist in einem Teich am Rand oder in einem Miniteich auf der Terrasse, weil die dunklen Blüten am besten aus der Nähe wirken.
Züchtung von Kirk Strawn um 1995
Die Blüte ist kugelförmig mit 23 Kronblättern. Sie wird von der Mitte nach außen von karminrot nach weiß
immer heller. ältere Blüten hellen ganz auf und sind zartrosa bis weiß.
Die äußeren Kronblätter haben grüne Streifen. 13 Narbenäste.
Die Blätter sind oben matt grün und haben am Anfang einen bräunlichen Rand, der später verschwindet.
Züchtung von Latour Marliac 1896
Die Blüte ist tulpen- bis strahlenförmig und kräftig granatrot gefärbt. Die äußeren der 20
Kronblätter sind deutlich heller. Der Durchmesser beträgt etwa 8 cm. der Duft ist schwach. 2 bis 3 feuerrote Honigblätter. äußere
staubblätter karminrot, innere kupfrig braun. 9 bis 10 rötliche Narbenäste.
Die Kelchblätter sind hell bis dunkel grün. Die Innenseite ist erst weiß mit rosa Linin und später grün.
Die Blätter sind fast rund mit einem Durchmesser von etwa 15 cm. Junge Blätter haben auf der Oberseite rot braune
Flecken und Streifen. Später sind sie rein matt grün. Die Unterseite ist rötlich.
Züchtung von Latour-Marliac 1913
Die etwa 12 cm großen Blüten sind tassen- bis schalenförmig, von der Mitte zum Rand intensiv rosa bis
silbrig weiß. Der Duft ist schwach. Die Honigblätter sind hell rosa mit gelber Spitze. Die Narbe ist gelb mit 13 bis 15 orangen
Narbenzähnen. Die Kelchblätter sind außen grün braun, auf der Innenseite silbergrau.Die Blätter sind rund und haben einen Durchmesser von
ca. 23 cm. Der Blattrand ist gewellt.
Latour-Marliac 1879
Die Blüte ist schwefelgelb, ca. 3 bis 4 cm im Durchmesser und sternförmig. Sie hat 16 bis 19 Kronblätter von 2 x 1 cm
Größe. Die Kelchblätter sind außen grün mit rosafarbenen Linien und innen zart gelb mit rosafarbenen Linien. Die Blätter sind
oval, ca. 5 x 7 cm groß. Die Oberseite ist oliv grün mit rotbraunen Punkten und Flecken.
Die Sorte gilt als die kleinste Seerose. Sie eignet sich gut für Schalen und Miniteiche. Der Wasserstand sollte 30 cm
betragen (min. 20, max. 40 cm). In kleinen Gefäßen muss die Pflanze allerdings
vor dem Durchfrieren geschützt werden. Sie kann nicht in einem Eisklumpen überwintern.
Züchtung von Kirk Strawn 1993
Die Blüte ist goldgelb, ca. 10 cm im Durchmesser und schwach duftend. Sie steht etwa 10 cm über dem wasser.
Manchmal treten Honigblätter auf. 12 hell gelbe Narbenäste. Die Kelchblätter sind innen und außen grün. Die Blätter sind kreisrund
etwa 14 cm im Durchmesser. Die jungen Blätter haben kleine dunkle Flecken an den Rändern. Später flächig dunkel grün. Die
Unterseite ist blutrot, mit kleinen dunklen Flecken.
Züchtung von Latour-Marliac 1936
Die Blüte ist im Zentrum kirschrot, wird aber nach außen hin immer heller. Die 16 Kronblätter sind etwa 5,5 x
3,5 cm groß. Die gelbe Narbe hat 10 äste und die Narbenzähne sind hell orange. Die Kelchblätter sind außen grün und
innen silbergrau. Die grünen Blätter sind ledrig, annähernd rund, mit einem Durchmesser von 20 bis 22 cm. Die Blattunterseite ist
bei jungen Blättern orange braun, später grün mit bräunlichem Rand.
Züchtung von Latour-Marliac 1887
Die Blüten sind erst hel gelb und werden im Alter immer heller. Durchmesser etwa 10 bis 12 cm. Ca. 24 Blütenblätter.
Duft sehr schwach. 12 bis 14 Narbenspitzen.
Die Kelchblätter sind außen gelb grün mit hell rosa Streifen und Flecken. Innen hell gelb bis schwach rosa.
Die jungen Blätter haben auf der Oberseite deutliche braune Flächen, die mehr oder weniger radspeichenartig in der Mitte zusammenlaufen.
Dieses Muster fehlt bei allen anderen hell gelben Sorten. Die Blattunterseite hat zahlreiche orange-braune Flecken.
Züchtung von Latour-Marliac 1889
Die Blüte ist schalenförmig, 8 cm im Durchmesser.
Die 24 Kronblätter sind purpurrot. Die Kelchblätter sind außen gras-grün mit gelblich grünen Streifen und rosa Rändern.
Die Innenseite ist silbrig weiß. Die Blätter sind oval, ca. 10 bis 13 cm groß. Die Oberseite ist matt grün mit
größeren braun-roten Flecken. Die Blattunterseite ist orange-braun.
Züchtung von William Tricker 1914
Die Blüte ist schalenförmig, lila und hat 21 bis 22 Blütenblätter. Die Staubblätter sind gelb mit violetten
Antheren. Die Kelchblätter sind innen violett-lila. Der Blütenstiel ist braun und fusselig behaart.
Die Blätter sind glänzend dunkel grün unten rötlich. Der Blattstiel ist braun mit feiner Behaarung.
Die Pflanze bildet Tochterpflanzen auf den Blättern.
Züchtung von Perry D. Slocum 1947
Die Blüte ist rosa, ca. 12 bis 14 cm im
Durchmesser und sternförmig. Sie steht etwas über der Wasseroberfläche.
Der Duft ist schwach. Die Kelchblätter sind außen grün und haben rosafarbene Ränder. Die Innenseite ist zart rosa mit
roten Linien und Flecken.
Die Blätter sind kreisrund und haben einen Durchmesser von ca. 15 cm. Die Oberseite ist grün, die Unterseite braun rot.
Züchtung von Laurence Gedy 1970
Die Blüte ist tassen bis sternförmig, weiß mit einem Durchmesser von 14 bis 16 cm. Sie duftet angenehm. Die
Kelchblätter sind außen grün und innenweiß mit rosafarbenen Flecken. Die Blätter sind oval und haben einen Durchmesser von 22 bis 24
cm. Die Oberseite ist grün, die Unterseite rötlich braun.
Züchter unbekannt
Zu Beginn ist die Blüte rosa, wird im Laufe der Zeit aber dunkler. Der Durchmesser nimmt von 3,5 cm auf 4,5 cm zu. Die
narbe ist gelb und etwas vertieft. Die 12 Narbenzähne sind hell orange. Die Außenseite der Kelchblätter ist grün mit
bräunlichen Flecken. Die Innenseite ist grau weiß. Die ovalen Blätter haben einen Durchmesser von etwa 12 bis 14 cm. Die Oberseite ist grün
mit dunklerem, bräunlichem Rand. Die Unterseite ist orange braun.
Züchtung von Latour-Marliac 1908
Die Blüte ist sternförmig und hat einen Durchmesser von 10 bis 12 cm. Sie ist rosa mit dem Hauch eines Gupfertons und Gelb.
Am dritten Tag wird die Blüte rötlich. Die Narbe ist gelb mit 14 oder 15 Narbenästen. Die Blätter sind oval etwa 25 cm im
Durchmesser. Die Oberseite ist dunkel grün, bei jungen Blättern mit radspeichenartiger,
braunrote Strichelung. Die Unterseite blutrot mit schwarzbraunen Flecken.
Züchtung von Kenneth Landon 1990
Der bis etwa 15 cm durchmessende Blüten ist strahlenförmig und kräftig gelb. Sie steht bis zu 30 cm über der
Wasseroberfläche. Die Kelchblätter sind unterschiedlich dunkel grün gefärbt.
Die Innenseite ist schwach gelb mit hellem grün, manchmal leicht rosa.
Die Blätter sind oval mit einem Durchmesser von etwa 25 cm. Die Oberseite ist hell bis dunkel grün mit braunroten
Flecken. Die Unterseite ist orange braun mit fast schwarzen Flecken.
Züchtung von Kirk Strawn 1993
Die Blüte ist weiß, schalenförmig und etwa 8 bis 12 cm im Durchmesser. Die Kelchblätter sind außen
grün mit rosa, innen weiß mit grünlichem Rand. Die Blätter sind fast herzförmig und am Rand gewellt. Die Oberseite ist
grasgrün die Unterseite grün mit rötlichem Rand.
Synonyme:
Viktoria trickeri
Herkunft:
Südamerika (Brasilien, Nordargentinien, Paraguay)
Aussehen:
Die auffälligen Schwimmblätter sind bis zu 1,5 m im Durchmesser. Der Blattrand ist senkrecht nach oben geschlagen
und steht 10 cm hoch. In der Blattspreite sind lufgefüllte Kammern. Die Blätter sind auf beiden Seiten
grün und haben rötliche Blattrippen. Die Blüten öffnen sich in der ersten Nacht weiß und duften. Am Morgen
schließen sie sich. Am zweiten Abend öffnen sich sich wieder und sind ohne Duft und rosa. Am nächsten Morgen versinkt die Blüte. Die dunkel
braunen bis schwarzen Samen sind etwa 8 bis 10 mm im Durchmesser.
Temperatur: 28 - 30 °C
pH-Wert: 6 - 7
Härte: 4 - 18 °dKH
Licht: mittel bis viel
Sonstiges:
Die Pflanzen sind in der Natur mehrjährig, werden aber in Botanischen Gärten jährlich immer wieder neu aus
Samen gezogen. Die Samen haben eine sehr harte Schale und werden wie die von Lotus
vor dem Treiben angefeilt.
Die Art besiedelt ruhige Gewässerabschnitte. Sie hat einen sehr großen Nährstoffbedarf.
Synonyme:
Viktoria amazonica Sowerby 1850
Herkunft:
Südamerika (Bolivien, Brasilien, Britisch Guayana)
Aussehen:
Die auffälligen Schwimmblätter sind bis zu 2 m im Durchmesser. In Kultur werden sie selten größer als 1,5 m. Der Blattrand ist senkrecht nach oben geschlagen und steht etwa 5 cm
hoch. In der Blattspreite sind lufgefüllte Kammern. Die Blattoberseite ist grün. Die Unterseite dunkel rot.
Die Blattrippen sind sehr kräftig und weisen wie der Blattstiel Dornen auf. Die Blüten sind im Durchmesser 25 bis 40 cm. Sie öffnen sich an zwei Nächten in Folge (ca. 16-10 Uhr).
Am ersten Tag ist die Blüte weiß. Sie produziert durch die Verbrennung von Zucker und Stärke Wärme. Dadurch verbeitet sich ihr süßlicher Duft besonders gut in der kühleren Nachtluft.
Von Wärme und Geruch angelockt besuchen Käfer die Blüte und fressen an den Blüten während sie Pollen, den sie mitgebracht haben auf der Narbe verteilen.
Morgens schließt sich die Blüte und die Käfer sind bis zum nächsten Abend in ihr gefangen.
Die Pflanzen wird durch den von den Käfern mitgebrachten Pollen bestäubt. Sie stellt die Produktion von Wärme ein und hört auch auf zu duften.
Nun setzt die Blüte ihren Pollen frei, der an den Käfern festklebt. Wenn sie sich am nächsten Abend wieder öffnet, ist sie kräftig rosa.
Die Käfer kommen mit ihrem Pollen beladen frei und fliegen neue duftende befruchtungsfähige Blüten an. Bestäubte Blüten sind ohne Duft und in der neuen Farbe für die Käfer uninteressant.
Temperatur: 28 - 30 °C
pH-Wert: 6 - 7
Härte: 4 - 18 °dKH
Licht: mittel bis viel
Sonstiges:
Die Pflanzen sind in der Natur mehrjährig, werden aber in Botanischen Gärten jährlich immer wieder neu aus Samen gezogen. Die Samen haben eine sehr harte Schale und werden wie die von
Lotus vor dem Treiben angefeilt.
In der Natur besiedelt die Pflanzen ruhige Gewässerabschnitte. Sie haben einen sehr großen Nährstoffbedarf.
Literatur zu Nymphaeae:
Linné (1753): Species Plantarum 1: 510
Herbarbeleg vom Typus von Nymphaea micrantha: Muséum d´histoire naturelle Paris, MNHN-P-P00364760
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B. Greger (1996): Nymphaea lotus - Tigerlotus.- Das Aquarium 30(4), 20-21
C. Kasselmann (1996): Nymphaea lotus L. eine polymorphe Art.- DATZ 49(5), 320-324
J. Téton (1998): Seerosen - Nymphaea lotus und Nymphaea alba.- Aquarium live 3/98,66-71
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K. Wachter (1998): Seerosen - winterharte und tropische Nymphaeaceen.- Eugen Ulmer GmbH, Stuttgart
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C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.- 2. Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
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G. Eggers, K. Schmidt (2001): Aquaflora der Insel Madagaskar.- Aquaristik Fachmagazin 158 (4/5), 26-28
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C. D. K. Cook (2009): Samenverbreitung von Nymphaea pubescens (Indischer Lotus).- Aqua Planta 4-2009, 130-134
Literatur zu Viktoria und Euryale:
J. Lindley (1838): Monog. 3; et Bot. Reg., Misc. 9.
Sowerby (1850): Annals and Magazine of Natural History, including Zoology, Botany, and Geology, ser. 2, 6: 310
K. Wachter (1998): Seerosen - winterharte und tropische Nymphaeaceen.- Eugen Ulmer GmbH, Stuttgart
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